Diabetes und Mikronährstoffe - Studien 2026

Studien über Mikronährstoffe bei Diabetes

Diabetes mellitus ist eine komplexe Stoffwechselstörung, die den gesamten Organismus schädigt. Durch die hohen Blutzuckerwerte kommt es zu einer Veränderung der Endothelfunktion mit einer vermehrten Bildung freier Sauerstoffradikale. Das Risiko für die Entwicklung einer Atherosklerose ist erhöht. Ein wichtiger Schädigungsmechanismus ist auch die Bindung von Glukose an Proteine, was man als Verzuckerung bezeichnet und die Funktion der Proteine beeinträchtigt. Diabetes mellitus erhöht erheblich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Mikronährstoffe haben eine wichtige Bedeutung für die Behandlung der Diabeteserkrankung. Einige Mikronährstoffe können zum Beispiel die Blutzuckerregulation und Insulinsensitivität verbessern, andere wirken antientzündlich, antioxidativ und vermindern die Bildung von Verzuckerungsprodukten.

Im Folgenden werden verschiedene neue Studien über den Zusammenhang zwischen Mikronährstoffen und Diabetes vorgestellt:


Gestörter Aminosäurenstoffwechsel bei Typ-2-Diabetes

Eine Studie von US-Wissenschaftlern hat ergeben, dass Typ-2- Diabetiker verminderte Plasmakonzentrationen von Arginin, Citrullin und Glutamin aufwiesen. Dies könnte durch verschiedene Mechanismen zur Pathogenese von Typ-2- Diabetes beitragen, einschließlich einer Veränderung der Blutzuckerneubildung (Glukoneogenese). Es kann zu einer Beeinträchtigung der Insulinsekretion, Insulinwirksamkeit und Verminderung der NO-Bioverfügbarkeit etc. kommen. Die US-Wissenschaftler identifizierten einen erhöhten Glutaminumsatz und eine verminderte Citrullin-Produktion als wichtige Faktoren für eine Veränderung des Glukosestoffwechsels.

Referenz:
Mustafa Tosur, Raven A Wierzchowska-McNew et al.: Impaired arginine, citrulline, and glutamine metabolism in type 2 diabetes: insights from a stable isotope study; J Clin Endocrinol Metab. 2026 Jun 17;111(7):1967-1979.


Verzweigtkettige Aminosäuren und Typ-2-Diabetes.

Wissenschaftler aus Chile untersuchten bei 2.000 Studienteilnehmern einer großen prospektiven Studie die Aminosäurenkonzentrationen. Erhöhte Konzentrationen der verzweigtkettigen Aminosäuren waren signifikant mit der Prävalenz von Typ-2-Diabetes assoziiert. Isoleucin war mit der Inzidenz, also dem Neuauftreten von Diabetes, assoziiert. Die Aminosäuren Histidin, Glycin und Glutamin waren invers mit dem Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden.

Referenz:
Huidobro L, et al.: Circulating amino acids and Type 2 diabetes in a Latin American population-based cohort. Cardiovasc Diabetol. 2026. PMID: 41888767 Free PMC article.


Homocystein-Senkung vermindert Komplikationen bei Typ-2- Diabetes

Aus einem Fachartikel chinesischer Wissenschaftler geht hervor, dass eine Supplementierung mit Folsäure und Vitamin B12 bei Diabetespatienten die Homocysteinspiegel senken kann und dadurch auch das Risiko für Diabetes-Komplikationen.

Referenz:
Yin Y, et al.: Effects of folic acid with vitamin B12/vitamin B6 intervention on serum homocysteine metabolism and complications in patients with type 2 diabetes: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trial; Front Nutr. 2025. PMID: 41393929 Free PMC article.


Metformin und Vitamin B12

Britische Forscher publizierten im April 2026, dass der Zusammenhang zwischen einer Langzeitanwendung von Metformin und einem Vitamin-B12-Mangel bei Diabetikern zwar bekannt sei, aber in der Praxis nur inkonsistent beachtet wird. Die Autoren des Fachartikels empfehlen ein routinemäßiges Screening auf Vitamin-B12-Mangel zur Vermeidung signifikanter Erkrankungen, die durch einen nicht erkannten Vitamin-B12-Mangel ausgelöst werden.

Referenz:
Parsonage I, et al. Vitamin B12 deficiency in long-term metformin use and clinician awareness: a scoping review protocol. BMJ Open. 2025. PMID: 40701582 Free PMC article.


Vitamin-D- und Kalziumspiegel bei Typ-2-Diabetikern

In einer Studie indischer Wissenschaftler wurden bei 68 Patienten mit Typ-2 Diabetes und 68 Kontrollpersonen die Vitamin-D- und Kalzium-Spiegel bestimmt. Die Diabetiker hatten im Vergleich zu den Kontrollpersonen signifikant niedrigere Spiegel von Vitamin D und Kalzium, die wiederum mit einer schlechteren Blutzuckerkontrolle einhergingen.

Referenz:
Shinde N, et al.: Study of Vitamin D and Serum Calcium Levels in Type 2 Diabetes Mellitus.; Cureus. 2026. PMID: 42220688 Free PMC article.


Vitamin-D-Mangel erhöht Entzündungsaktivität bei Diabetes

Eine Studie mit 426 insulinresistenten Typ-2-Diabetikern und 130 gesunden Kontrollpersonen hat gezeigt, dass die Vitamin- D-Spiegel bei den Diabetikern signifikant niedriger waren als bei den Kontrollpersonen. Dafür waren die Entzündungsmarker TNF-alpha und Interleukin-6 bei den Diabetikern deutlich höher als bei den Kontrollpersonen, was mit einer größeren Insulinresistenz und mit einer schlechteren Blutzuckerkontrolle einherging. Die Autoren des Artikels empfehlen prospektive und randomisierte kontrollierte Studien zur Klärung der Frage, inwieweit eine Vitamin-D-Supplementierung die Entzündungsaktivität und die Stoffwechselsituation bei Typ-2-Diabetes beeinflussen kann.

Referenz:
Fahmida Khatoon, Farida Habib Khan et al.: Correlation of vitamin D levels with TNF-α and IL-6 expression in insulin-resistant type 2 diabetes mellitus patients; Sci Rep. 2026 Jun 16. 


Vitamin D-Mangel und diabetische Neuropathie

Chinesische Wissenschaftler haben im Juni 2026 publizieren, dass die Serumspiegel von 25(OH)D bei Patienten mit einer schmerzhaften diabetischen Neuropathie signifikant niedriger waren als bei Kontrollpersonen und bei Diabetes-Patienten mit nicht schmerzhafter diabetischer Neuropathie.

Referenz:
Yao C, et al.: Correlation of vitamin D and diabetic peripheral neuropathic pain: A cross-sectional study. J Int Med Res. 2026. PMID: 42363794 Free PMC article.


Vitamin C hat Einfluss auf die Heilung diabetischer Fußgeschwüre 

Einem Fachartikel indischer Wissenschaftler vom Mai 2026 zufolge beeinträchtigt ein Vitamin-C-Mangel bei Patienten mit diabetischen Fußgeschwüren den Heilungsprozess. Eine orale Vitamin-C-Supplementierung scheint die Abheilung der Wunden zu verbessern.

Referenz:
Mohammed A Saad, Durgam Sathyam et al.: Vitamin C Supplementation Accelerates Healing in Diabetic Foot Ulcers: Insights From a Systematic Review of Clinical Evidence; Cureus. 2026 May 20;18(5):e109297.


Coenzym Q10 und Blutzuckerkontrolle

Eine Metaanalyse von randomisierten kontrollierten Studien durch iranische Wissenschaftler hat ergeben, dass eine Q10- Supplementierung einen moderaten günstigen Effekt bei der Blutzuckerkontrolle von Diabetespatienten hat.

Referenz:
Musazadeh V, et al.: Effects of Coenzyme Q10 Supplementation on Glycemic Control Biomarkers: An Umbrella Review of Meta-Analyses of Randomised Controlled Trials; Endocrinol Diabetes Metab. 2026. PMID: 41859772 Free PMC article. Review.


Zinkmangel bei Typ-2-Diabetikern erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Iranische Wissenschaftler haben im Juni 2026 veröffentlicht, dass ein Zinkmangel signifikant mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes assoziiert war. Erhöhte Zinkkonzentrationen im Serum waren hingegen mit einem verminderten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen bei Typ-2-Diabetikern verbunden.

Referenz:
Bahadoran Z, et al.: Zinc deficiency in patients with type 2 diabetes increases risk of cardiovascular diseases: Tehran Lipid and Glucose Study. BMC Cardiovasc Disord. 2026. PMID: 42365226


Zink und Glukosestoffwechsel

Eine Studie japanischer Wissenschaftler bei 533 Personen hat ergeben, dass verminderte Zinkspiegel im Serum mit verminderten Konzentrationen von Adiponectin und einer Störung der Insulinsekretion assoziiert waren. Dies könnte zu erhöhten Blutzuckerwerten beigetragen haben.

Referenz:
Suka M, et al. Relationship between zinc and glucose metabolism in Japanese adults. Diabetol Int. 2026. PMID: 42147069


Vitamin E bei diabetischer Neuropathie

Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern publizierten einen systematischen Übersichtsartikel und eine Metaanalyse zur Wirksamkeit von Vitamin E bei der Behandlung der diabetischen Neuropathie. Tocotrienol-reiches Vitamin E erhöhte die sensorische Nervenleitgeschwindigkeit ohne Veränderungen der Nervenamplitude, die Informationen liefern über die Anzahl der funktionierenden Nervenfasern. Dies spricht eher für den Erhalt oder die Remyelinisierung der sensorischen Fasern als für eine Regeneration der Nervenaxone. Vitamin E hatte keinen Einfluss auf den Blutzucker. Der neuroprotektive Effekt von Vitamin E war unabhängig von der Blutzuckerkontrolle.

Referenz:
Raghad Alhajaji, Ahmed A Hassan et al.: Effectiveness of vitamin E in the treatment of diabetic neuropathy: systematic review and meta-analysis; Hormones (Athens). 2026 Jan 13.


Vitamine A und D bei Typ-1-Diabetes

Eine chinesische Studie bei 31 Kindern mit Diabetes-Typ-1 hat ergeben, dass die Serumspiegel von Vitamin A und Vitamin D bei den Kindern mit Typ-1-Diabetes signifikant niedriger waren als die der Kontrollgruppe. Die Serumspiegel von Vitamin A und Vitamin D waren signifikant mit den Nüchtern- Blutzuckerkonzentration bei den Kindern assoziiert. 

Die Ergebnisse dieser Studie könnten ein Hinweis dafür sein, dass die Sicherstellung eines ausreichenden Vitamin-A- und Vitamin-D-Status einige Bedeutung hat für das Management des Typ-1-Diabetes bei Kindern.

Referenz:
Shuhan Rao, Tiewei Li et al.: Association between vitamin A and D levels and the risk of type 1 diabetes mellitus in children; Front Nutr. 2026 Jun 10:13:1837627.