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Haut und Mikronährstoffbedarf
Die Haut hat eine Gesamtfläche von eineinhalb bis zwei Quadratmetern und ist damit das größte Organ des Menschen. Die Haut besteht aus drei Schichten: aus der Oberhaut (Epidermis), der Lederhaut (Dermis) und der Unterhaut (Subkutis).
Die wichtigste Aufgabe der Epidermis ist die Barrierefunktion, das heißt, sie bildet einen Schutzschild nach außen. Zur Erfüllung dieser Schutzfunktion ist die Epidermis wie eine Mauer aufgebaut. Die Hornzellen (Keratinozyten) bilden sozusagen die Bausteine dieser Mauer.
Unter der Epidermis liegt die Lederhaut (Dermis), die wichtig ist für die Reißfestigkeit und für die Elastizität der Haut. Kollagenfasern bewirken die Reißfestigkeit, für die Elastizität sind die elastischen Fasern zuständig.
Die Subkutis, das Unterhautfettgewebe, besteht aus lockerem Bindegewebe. Fettgewebe und ist als eine Art Isolierschicht des Organismus gegen Unterkühlung anzusehen. Außerdem ist die Subkutis wichtig als Stoßdämpfer und dient als Fettspeicher.
Die Haut bietet Schutz vor mechanischen Einwirkungen, vor Austrocknung, vor chemischen und mikrobiellen Einflüssen. Außerdem ist die Haut ein sensorisches Organ zur Wahrnehmung von Berührung, Druck, Vibration, Schmerz, Juckreiz und Temperatur. In den Zellen der Haut und dem Unterhautfettgewebe wurden rund 30 verschiedene Hormone und Hormongruppen nachgewiesen, so dass man die Haut auch als Hormonorgan ansehen muss.
Die Haut ist ein Organ mit einer hohen Stoffwechselaktivität und deshalb allezeit auf eine ausreichende Verfügbarkeit mit Makronährstoffen und Mikronährstoffen angewiesen. Wegen ihres hohen Nährstoffbedarfs ist die Haut auch besonders anfällig für Störungen, die eine unausgewogene oder mangelhafte Ernährung mit sich bringt.
Sehr häufig sind Hautprobleme die ersten Anzeichen eines Nährstoffmangels. Eine gesunde Ernährung ist ein wesentlicher Faktor für den Gesundheitszustand und für das Erscheinungsbild der Haut. Ein Fachartikel von US-Wissenschaftlern von 2024 kommt zu dem Ergebnis, dass eine pflanzenbasierte Ernährung ein therapeutisches Potenzial in der Dermatologie hat und vor allem einen günstigen Effekt bei entzündlichen Hauterkrankungen aufweist. Auch eine gut geplante vegane Ernährung kann den notwendigen Nährstoffbedarf decken und die Gesundheit der Haut fördern.
Mikronährstoffe und Hautgesundheit
Im Folgenden werden die Mikronährstoffe vorgestellt, die für die Gesundheit der Haut wesentlich sind. Darüber hinaus erfolgen Hinweise, welche Bedeutung einzelne Mikronährstoffe bei der Behandlung verschiedener Hauterkrankungen haben. Dabei geht es hauptsächlich um die Schuppenflechte (Psoriasis), die Neurodermitis und die Akne.
Vitamine und Haut
Eine unzureichende Versorgung mit den einzelnen Vitaminen führt zu mannigfaltigen Hautsymptomen.
Vitamin A hat eine wichtige Bedeutung für die richtige Entwicklung der Hautzellen. Ein Vitamin-A-Mangel stört die Differenzierung der Keratinozyten und bewirkt eine Verdickung der Haut (Hyperkeratose) sowie eine vermehrte Trockenheit und Ekzeme. Ein Vitamin-A-Mangel fördert auch eine vorzeitige Alterung der Haut und begünstigt die Bildung von Falten. Vitamin A reduziert die Talgproduktion und wird deshalb häufig bei der Behandlung der Akne eingesetzt.
In einem Fachartikel polnischer Wissenschaftler vom Dezember 2023 ist auch nachzulesen, dass ein Vitamin-A-Mangel mit einer erhöhten Anfälligkeit für Hautinfektionen und Hautentzündungen verbunden ist.
Laut einem chinesischen Fachartikel führt ein Vitamin-A- Mangel zu einer TH2-Immundominanz, die wiederum die Entstehung einer Neurodermitis begünstigt.
In der Haut kann Vitamin D aus Cholesterin gebildet werden. Dies funktioniert aber nur bei ausreichender Intensität von UV-B. Mit zunehmendem Lebensalter nimmt die Fähigkeit der Haut rapide ab, Vitamin D zu bilden. Vitamin D ist wichtig für eine geordnete Proliferation der Keratinozyten und hat auch einen Schutzeffekt gegen UV-induzierte DNA-Schäden. Ein guter Vitamin-D-Status vermindert das Risiko für Melanome. Vitamin D reduziert auch die Entzündungsaktivität im Organismus, was wichtig ist bei entzündlichen Hauterkrankungen.
Nach Aussage kroatischer Wissenschaftler, veröffentlicht in einem Fachartikel von 2025, begünstigt ein Vitamin-D-Mangel mehrere entzündliche Hauterkrankungen, besonders Neurodermitis. Es besteht auch eine Assoziation zwischen einem Vitamin-D-Mangel und dem Risiko einer Verschlechterung bei Schuppenflechte, chronischer Urtikaria und Kontaktdermatitis.
Vitamin E ist ein wichtiges fettlösliches Antioxidans und schützt die Zellmembranen vor Schäden durch freie Radikale. Vitamin E reduziert auch die Verzuckerung kollagener Fasern, Vitamin E ist besonders wichtig bei Störungen der Blutzuckerregulation. Zusammen mit Vitamin C hat Vitamin E einen erheblichen Schutzeffekt gegen Schäden durch UV-Strahlung. Auch die Faltenbildung bzw. die Entstehung von Altersflecken kann durch Vitamin E vermindert werden.
Die Auswertung von NHANES-Daten von Seiten chinesischer Wissenschaftler hat ergeben, dass Vitamin-E-Spiegel zwischen 11,8 und 21,3 µg/ml das Risiko von Ekzemen bei erwachsenen US-Amerikanern reduzieren konnte.
Forscher aus Malaysia und Singapur haben publiziert, dass die Tocotrienole, die zur Vitamin-E-Familie gehören, die Haut vor Entzündungen und UV-Strahlung schützen können.





