Eisenmangel und Mikronährstoffe

Eisenmangelanämie ist häufig bei schwangeren Frauen

Bei Frauen im zweiten und dritten Trimester der Schwangerschaft wurden die Hämoglobinspiegel sowie das Serum-Ferritin bestimmt. 35 Prozent der Studienteilnehmerinnen hatten eine Eisenmangelanämie. Bei den schwangeren Frauen mit einem Eisenmangel wurde eine signifikant höhere Rate an Frühgeburten festgestellt, und die neugeborenen Kinder hatten häufiger ein niedriges Geburtsgewicht. Die mittleren Hämoglobinspiegel waren bei den Frauen mit Anämie signifikant niedriger.

Referenz:
Anupriya Bhattacharjee, Kochuthresia J Puthumana et al.: Incidence Prevalence Impact and Outcomes of Iron Deficiency Anemia in Pregnant Women: A Prospective Study; J Pharm Bioallied Sci. 2025 Sep;17(Suppl 3):S2439-S2441.


Cadmiumbelastung fördert Eisenmangelanämie

Eine Metaanalyse türkischer Wissenschaftler hat ergeben, dass Cadmium durch eine Beeinträchtigung des Eisenstoffwechsels eine Eisenmangelanämie und eine entzündungsbedingte Anämie fördern kann.

Referenz:
Akin I, Yazihan N. et al.: Can cadmium toxicity be a driving force for iron deficiency anemia - a systematic review and meta-analysis. Rev Environ Health. 2026 Feb 20. doi: 10.1515/reveh-2025-0080.


Eisenmangel bei Kindern geht oft mit anderen Mikronährstoff-Mängeln einher

Bei 157 Kindern mit Verdacht auf einen Eisenmangel oder eine Eisenmangelanämie wurden auch zahlreiche andere Mikronährstoffe bestimmt. Ein Zinkmangel war bei den Kindern mit Eisenmangel signifikant häufiger nachweisbar als bei den Kindern ohne Eisenmangel. Die Kinder mit Eisenmangelanämie hatten im Vergleich zu den Kindern ohne Eisenmangelanämie ein über 15-fach erhöhtes Risiko für einen Folsäuremangel. Außer einem Eisenmangel neigten die Kinder auch zu anderen Mikronährstoff-Mängeln, besonders von Zink und Folsäure.

Referenz:
Fatih Mete, Gül Nihal Özdemir et al.: Micronutrient deficiencies in children with iron deficiency; Pediatr Int. 2025 Jan-Dec;67(1):e70212.


Niedriges Ferritin fördert Haarausfall bei Frauen

Eine Studie indischer Wissenschaftler hat ergeben, dass niedrige Ferritinspiegel im Serum signifikant mit telogenem Effluvium bei Frauen assoziiert waren. Unter telogenem Effluvium versteht man einen gesteigerten Haarverlust bzw. Ausdünnung des Haarwuchses durch ein frühzeitiges Eintreten der Haarzellen in die Ruhephase. Die Haare lichten sich diffus, oft am ganzen Kopf.

Referenz:
Nishantan Thamotharan, Manu V Harikumar et al.: Assessment of Serum Ferritin Levels in Female Patients With Telogen Effluvium; Cureus. 2025 Dec 28;17(12):e100249.


Höhere Ferritinspiegel im Serum vermindern Risiko für Hörverluste

Bei Teilnehmern von NHANES wurde nachgewiesen, dass höhere Ferritinspiegel im Serum mit einem reduzierten Risiko für Hochfrequenz-Hörverluste assoziiert waren, besonders bei jüngeren Studienteilnehmern und Männern.

Referenz:
Cheng Lu, Zhicheng Wei et al.: Higher serum ferritin associated with reduced risk of hearing loss: a cross-sectional analysis of NHANES and causal inference; Acta Otolaryngol. 2026 Feb 2:1-9.


Vitamin A und Anämie bei chinesischen Kindern

Eine Studie an chinesischen Kindern hat ergeben, dass ein signifikanter inverser Zusammenhang bestand zwischen dem Anämierisiko bei Kindern und Jugendlichen und den Vitamin-A-Spiegeln im Blutserum. Dieser Zusammenhang war beim männlichen Geschlecht besonders stark ausgeprägt. Das heißt mit anderen Worten: Eine gute Vitamin-A-Versorgung ist sehr wichtig zur Vermeidung von Anämien bei Kindern.

Referenz:
Sun Y, Long HJ et al.: Association between Vitamin A and Anemia in Chinese Children: A Matched Case-Control Study. J Nutr. 2026 Feb 17:101423.


Vitamin-A-Mangel beeinträchtigt Hämoglobinanstieg durch Supplementierung von Eisen und Folsäure

In einer Studie in Indien wurde nachgewiesen, dass ein niedriger Vitamin-A-Status den Erfolg einer Supplementierung von Eisen und Folsäure bei weiblichen Jugendlichen mit Eisenmangelanämie beeinträchtigte. Der Hämoglobineinstieg war bei einem Vitamin-A-Mangel unzureichend.

Referenz:
Subrahamanyam Dantham, Indraja Gaddam et al.: Low Vitamin A Status: A Potential Limiting Factor for Hemoglobin Improvement to Iron-Folic Acid Supplementation in Adolescent Girls with Iron Deficiency Anemia; Indian J Clin Biochem. 2025 Oct;40(4):676-682.


Metaanalyse zu Eiseninfusionen bei Patienten mit Herzinsuffizienz

Die Auswertung von elf randomisierten kontrollierten Studien seitens Wissenschaftlern von Pakistan, Großbritannien und den USA kam zu dem Ergebnis, dass eine intravenöse Therapie mit Eisencarboxymaltose die funktionelle Kapazität der Patienten mit Herzinsuffizienz verbessern und das Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen verringern konnte.

Referenz:
Mushood Ahmed, Eeshal Zulfiqar et al.: Intravenous ferric carboxymaltose in patients with heart failure and iron deficiency: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials with trial sequential analysis; ESC Heart Fail. 2026 Feb 3;13(1):xvaf018.


Eisenmangel bei nicht schwangeren Frauen mit normalem Hämoglobin

Wissenschaftler aus Saudi-Arabien und Pakistan untersuchten Hämoglobin, Ferritin und die Eisenkonzentrationen bei 127 nicht schwangeren Frauen im Alter zwischen 16 und 45 Jahren. Bei 41 Prozent der Frauen wurde trotz eines normalen Hämoglobinspiegels ein Eisenmangel festgestellt. Ein Eisenmangel wurde definiert als Serum-Ferritinkonzentrationen kleiner 15 µg/l.

Referenz:
Nawal Alsubaie, Zafar Ali Shah et al.: Iron deficiency in non-pregnant women with normal hemoglobin: a cross-sectional analysis of risk factors and clinical implications; Front Med (Lausanne). 2026 Jan 23;12:1700235.


Kommentar

Auch aktuelle Studien und Publikationen zeigen eindrucksvoll, dass ein Eisenmangel nicht an das Vorhandensein einer Eisenmangelanämie gebunden ist. Eine normale Hämoglobinkonzentration schließt einen Eisenmangel keinesfalls aus. Ein Eisenmangel ist der häufigste Nährstoffmangel weltweit. Bei der Behandlung eines Eisenmangels oder einer Eisenmangelanämie sollte immer auch die Konzentration verschiedener andere Mikronährstoffe beachtet werden, insbesondere die von Vitamin A. Ohne die Behebung eines Vitamin-A-Mangels ist eine Eisen-Supplementierung nur eingeschränkt erfolgreich.

Zur Beurteilung des Eisenstatus empfehlen wir das DCMS-Eisen-Profil, in dem auch die Mikronährstoffe bestimmt werden, die im Eisenstoffwechsel beteiligt sind und hierbei eine wichtige Rolle spielen.